Katharina Hubl
Raumforschung
Kunstraum Kesselhaus, Bamberg
8.8. bis 20.9.2026

Mehr und Weniger

Das Kesselhaus in Bamberg ist seit 2011 fester Bestandteil der Kulturszene mit spartenübergreifenden Veranstaltungen, vor allem aber mit einem permanenten Programm wechselnder Kunstausstellungen fränkischer und internationaler Künstlerinnen und Künstlern. Vom 8.8.2026 bis 20.9.2026 zeigt der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Oberfranken e.V. die Einzelausstellung Raumforschung mit plastischen Arbeiten aus Holz, Gummi, Karton und Kunststoff von Kathrin Hubl.

Eine Auswahl einiger ihrer Werkserien der letzten 10 Jahre sind in räumlicher Interaktion mit der Architektur des Kesselhauses zu erleben. Hubls Ausbildung ist sowohl künstlerisch als auch handwerklich geprägt, ihre erlernten Berufe sind Holzbildhauerin, Schreinermeisterin und Restauratorin, die ihr als solides Fundament für den Einsatz ihrer Materialien dienen; mit denen sie Raumverhältnisse und Raumbeziehungen untersucht.

Da ist zunächst ihr "Heimatmaterial" Holz: Aus schmalen Leisten entstanden luftige, zwei Meter hohe Objekte, die durch die verschlungene, serielle Anordnung ähnlicher Elemente an eine DNS-Helix erinnern. Ebenso arbeitet sie mit industriellen Fertigprodukten: Aus prallen und durch Einschnürungen abgeänderten Reifenschläuchen entstehen Gebilde, die an organisch-fruchtige Formen erinnern. Sie faszinieren die Betrachter durch ihre prallen Volumina und ihre sinnliche Plastizität, die danach rufen haptisch erfahren zu werden. Luft eingeschlossen in Gummi ist hier das Medium, das sinnliche Formen entstehen lässt, die zu großen Wandtableaus zusammengestellt, die Grundform vielfach variieren.

Ein weiteres industrielles Fertigprodukt, das sie für ihre Kunstwerke einsetzt, sind die sogenannten Pflanzentrays. Schwarze Kunststoffstreifen mit parallelen Reihen von Löchern, die eigentlich dazu gedacht sind, Pflanztöpfe in definierten Abständen zu fixieren. Legoartig zusammengesteckt wird daraus ein 110 Meter langes Band, aus dem Katrin Hubl ein großes Knäuel schafft, das den Trichter und die darunter liegende Bodenöffnung des Kesselhauses raumgreifend besetzt.

Eine ganz andere Welt erwartet uns in Hubls Materialbildern. Auf großformatigen Wellpappe-Tafeln flirren filigrane, florale Motive, die durch Einritzen und Abziehen der Oberfläche sichtbar werden. Als Pendant dazu zeigt sie eine Serie kleinformatiger Bilder, gefertigt aus Verpackungsmaterialien, die in gleicher Weise bearbeitet wurden. Die Vielfalt von Hubls künstlerischem Schaffen wird in dieser Ausstellung sichtbar, von dreidimensionalen Objekten bis zu Materialbildern. Sie lebt und arbeitet in einem kleinen Ort im Landkreis Bad Kissingen und ist bekannt durch eine rege Ausstellungstätigkeit sowie durch die Teilnahme an 36 Kunst- und Bildhauersymposien im In- und Ausland. Auch im öffentlichen Raum sind Skulpturen aus Holz und Stahl von ihr dauerhaft präsent.

Der Titel "Raumforschung" bezieht sich auf die Untersuchung der räumlichen Wechselwirkungen zwischen der Architektur des Kesselhauses und Hubls plastischen Arbeiten. Diese Forschungsarbeit wird zunächst von der Künstlerin geleistet und dient als Ausgangspunkt für die Betrachter, die diesen Beziehungen nachforschen können, um so aus den vielfältigen Arbeiten im Kesselhaus einen Raum zum Entdecken und Wundern werden zu lassen.



Kunstraum Kesselhaus, Untere Sandstraße 42, 96049 Bamberg
8.8.2026 bis 20.9.2026
Öffnungszeiten: Fr. 15 - 18 Uhr
Sa., So., feiertags: 12 - 18 Uhr

Eröffnung: Fr. 7.8.2026, 19 Uhr
Grußwort der Stadt Bamberg: Oberbürgermeister Sebastian Niedermaier
Eintritt frei, Spenden erbeten
Katharina Hubl


Spirelle I
Katharina Hubl


Luftiges Band
Katharina Hubl


Blumzinis
Katharina Hubl


Blonzo
Katharina Hubl


Dérangement
Katharina Hubl


Bild aus Wellpappe
Katharina Hubl


Katharina Hubl