Live dabei, wo Kunst entsteht
Am 19. und 20. September öffnen Künstlerateliers in ganz Oberfranken wieder ihre Türen für das Publikum.
Ateliers sind geheimnisumwobene Orte. Kunst entsteht dort, hinter verschlossenen Türen, einsam, schafft, inspiriert, ein künstlerischer Geist im Verborgenen. Der romantische Mythos des Künstlers als Außenseiter lebt in diesen Vorstellungen weiter. Eine ganz praktische Vorstellung des heutigen Kunstschaffenden bietet da der Berufsverband Bildender Künstler (BBK) mit seinen alljährlich offenen Ateliers. Künstlerinnen und Künstler des 21. Jahrhunderts laden Interessierte zum Besuch an ihren Arbeitsplatz ein: Kunst als Beruf, Kunst als Handwerk, Kunst als gemeinsamer Akt.
Am Samstag (19.9) von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag (20.9) von 11 bis 18 Uhr sind Werkstatttüren und Ateliereinstiege in Oberfranken geöffnet. Rund 40 professionelle Kunstschaffende des BBK zeigen Besucherinnen und Besuchern, wo und wie ihre Kunst entsteht. In Bamberg und seinem Landkreis sind es mehr als 17 Ateliers, die zu ARTUR29 geöffnet sind. Dazu lässt sich das weitere Umland durch Ateliervisiten erkunden beispielsweise in Bayreuth (bei Malerinnen Margit Rehner oder Gudrun Schüler) oder Coburg (zu Gast bei Stephan Welsch sowie in der Region bei Cordula Utermöhlen/Birnenhof Arts). In Münchberg heißt Maler und Grafiker Udo Rödel willkommen und in Untermetzbach Gerd Kanz. Auch Unterfranken ist vertreten mit Jannina Hectors Atelier in der Mühle (Hofheim) oder Werner Tögels Arbeitsort in Knetzgau.
Während der Atelieröffnungen erwachen die Werkstätten der Künstlerinnen für die Besucher zum Leben, wo sonst Bildhauer, Druckerin und Maler in vermeintlich kreativer Einsamkeit arbeiten. Nicht nur finden sich in vielen Ateliers Gäste ein. Sondern im Rahmenprogramm werden auch 'lebendige Werkstatt'-Erfahrungen geboten, um Arbeiten und Arbeitsweisen der Künstler zu erleben. Nora Kovats und Alvaro-Luca Ellwart etwa zeigen den Prozess ihres Handwerks mit Fokus auf Emaille und Sandguss. Bildhauer Thomas Gröhling hat sich mit Bildhauerin Clara Portykus und Maler Jonas Vincent Ritter in seinem Skulpturengarten in Dialog begeben. Werkstattklänge lassen sich im Arbeitsumfeld von Glasmaler Johannes Schreiber mit Gast Jan Burmester vernehmen. Und im BBK-Büro präsentiert Florian J. Seubert intermediale Wollgedichte als literarisches Happening. Führungen und Arbeitsdemonstrationen aller Art bieten das Wochenende über Einblicke in die Vielfalt der zeitgenössischen Kunst.
Orte und Zeiten für die offenen Ateliers und das Rahmenprogramm finden sich im ARTUR29 Flyer, der bald in Stadt und Land ausliegen wird, sowie online auf der Homepage des Berufsverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler.