auto, Gußeisen
Jeder trägt seine Eltern, Bronze
Bildhauer

Adelbert Heil

Die Plastiken von Adelbert Heil werden aus Ton, Gips oder Wachs geformt, aus weichen Materialien also, und anschließend nach dem Wachsausschmelzverfahren in Eisen gegossen und nachbearbeitet. Mit dieser stark auf die handwerklichen Fähigkeiten ausgerichteten Arbeitsweise knüpft Adelbert Heil an die traditionelle Technik der plastischen Metallbildkunst an, wie sie nahezu unverändert bereits seit der Bronzezeit zur Anwendung gelangte. Das macht seine Arbeiten im Zeitalter kreativer Restmüllverwertung zu etwas ganz Besonderem und - ohne dabei in einen motivischen Konservativismus zu verfallen - zu Etwas, das heute in zeitgenössischen Ausstellungen nur noch selten zu finden ist: zu solidem Handwerk, gepaart mit einer anspruchsvollen inhaltlichen Aussage.
Adelbert Heil stammt aus Bamberg. Nach seiner Schlosser- und Steinbildhauerlehre und einem anschließenden Studium der Kunstgeschichte gründete er nach längerem Aufenthalt in Berlin gegen Mitte der 90er Jahre schließlich seine eigene Werkstatt in Bamberg. Seither ist er als freischaffender Künstler tätig. Ikonographisch und inhaltlich entführt uns Adelbert Heil mit seinen kleinformatigen Plastiken in eine Welt des Rätselhaften und der Magie. Sein zentrales Thema ist der Mensch - manchmal in faktischen realweltlichen Lebenszusammenhängen, oft jedoch in seinem eigenen phantasiegeborenen Kosmos. Die schmalen Sockel, auf denen die dargestellten Figuren herumturnen, die Plattformen, die ihnen als Bewegungsfelder dienen und die Balanceakte, die sie in körpersprachlichen Dialogen mit einander ausführen, stehen symbolisch für das soziale Umfeld, in dem sich der Mensch bewegt, vor allem aber für die seelischen Dispositionen, die dem Individuum als psychologische Lebenswelten zu eigen sind. Manche der von Adelbert Heil miniaturhaft wiedergegebenen Bildfiguren versuchen, im Spiel mit sich selbst das Gleichgewicht zu halten, andere treten in einen körpersprachlichen Dialog mit weiteren Protagonisten, die sich bei genauerem Hinsehen als das Alter Ego ihrer selbst erweisen: als moralische Kontrollinstanz, als das "wahre innere Ich" oder als das spiegelbildliche Gegenüber ihrer selbst.
Dr. Matthias Liebel, Kunsthistoriker ( Bamberg )

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  • Webseitenwww.adelbert-heil.de